Lebensmittelprobleme

von Bill Bonner

Überall auf der Welt verursachen die Lebensmittel Schwierigkeiten.

Warum? Nicht weil es davon zu viel oder zu wenig geben würde, sondern weil sie so heftig im Preis angezogen haben.

Warum haben sie so heftig angezogen? Nun, aus einem einzigen Grund. Ben Bernanke und andere monetäre Vertreter drücken immer mehr Geld in das weltweite Finanzsystem.

Das Geld muss irgendwo hin. Ein großer Teil des Geldes scheint seinen Weg in die Rohstoffmärkte zu finden - darunter auch die so genannten "soft commodities" und ganz besonders Lebensmittel. Mit anderen Worten ist die weltweite Inflation der Lebensmittelpreise ein monetäres Phänomen, wie Milton Friedman vielleicht gesagt hätte, und kein Merkmal des Wetters. Aber anstatt den Grund für die Inflation in Angriff zu nehmen, zielen die Verantwortlichen auf die Konsequenzen ab.

Es gibt natürlich auch noch andere Gründe für den Anstieg der Lebensmittelpreise.

Es gibt viel mehr Menschen auf der Welt als einst.

Und diese Leute müssen auch essen. Und weil so viele von diesen neuen Menschen jetzt in die Mittelschicht eintreten, haben sie auch mehr Geld, das sie für Lebensmittel ausgeben können, und so können sie die Preise nach oben bieten. Und normalerweise wollen sie mehr Fleisch. Es braucht mehr Land, Fleisch herzustellen, als man für die Herstellung von Getreide braucht - und das übt noch weiteren Druck auf die Preise entlang der gesamten Lebensmittelkette aus.

Ein weiterer Grund dafür, dass die Lebensmittel es in die Nachrichten geschafft haben, ist die Lebensmittelpolitik des Landes, in dem ich mich gerade befinde. Das habe ich gerade im Sinn, denn als ich heute zum Mittagessen ausgegangen bin, da stellte ich fest, dass mein Lieblingsfleisch - churasquito - nicht zu haben war. "Wegen der Blockaden, wissen Sie…", erklärte der Kellner.

Hier in Argentinien können die Politiker rechnen. Es gibt mehr städtische Wähler als Wähler auf dem Land. Und wie überall, ist die Regierung hier damit beschäftigt, Brot und Spiele anzubieten. Brot wird teuer, der städtische Mob fängt an, sich zu beklagen. Und so hat die Regierung unter Senora Fernandez Kirchner im Grunde genommen verboten, dass die Farmer ihr Getreide am Weltmarkt verkaufen, indem man eine 40%ige Steuer auf die Auslandsexporte erhoben hat.

Es schien kinderleicht, bis die Bauern die Straßen nach Buenos Aires blockierten. "Sie werden uns mit Hunger zum Aufgeben zwingen", erklärte mein Taxifahrer. Es heißt allerorten, dass sich beide Seiten auf eine Abkühlphase geeinigt haben.

Derweil sind jenseits der Pampa drei Milliarden Menschen von Reis für ihre täglichen Rationen abhängig.

Der Preis für Reis ist in den vergangenen zwei Wochen um 50% gestiegen, und das führte zur Befürchtung von Aufständen überall auf der Welt. Vietnam, Indien, China and Ägypten haben alle die Verkäufe ins Ausland verboten. Länder importieren Reis oder sie exportieren ihn.

Die Exporteure geraten unter Druck, weniger zu exportieren - um so die geringeren Preise in der Heimat gewährleisten zu können. Die Importeure hingegen haben keine andere Wahl als zu versuchen, so viel wie möglich, so schnell wie möglich zu bekommen, um den Versorgungsengpässen voraus zu sein.

Die Folge: Ein Kampf um Reis.

Ach, wenn Sie etwas reiches, feuchtes Reisland gekauft haben… anstelle eines knochentrockenen Rinderlandes… Rindfleisch ist so ungefähr das einzige Landwirtschaftliche Produkt, das im Preis gefallen ist.

gelesen bei investor-verlag.de am 10.04.2008.

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